Zusammenfassung des Buchs: ‘Party Systems and Cleavage Structures in Southern Africa. Determinants of Party Succuss and Failure in Botswana, Malawi, Mozambique, Namibia, South Africa and Zambia’

May 25, 2014 at 18:11 Leave a comment

Buch: http://www.amazon.de/Systems-Cleavage-Structures-Southern-Africa

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Unten steht die Zusammenfassung des Buchs ‘Party Systems and Cleavage Structures in Southern Africa. Determinants of Party Succuss and Failure in Botswana, Malawi, Mozambique, Namibia, South Africa and Zambia’, das unter den oben angegebenen Links direkt bei Amazon bestellt werden kann.

Seit 1990 konnten sich Gesellschaften im südlichen Afrika unter demokratischen Bedingungen entwickeln. In freien und regelmäßigen Wahlen haben sich Parteien etabliert oder sind temporär in Erscheinung getreten. Westliche Demokratietheorien gehen von einer Wechselwirkung zwischen Wahlsystem und Parteiensystem aus. Dabei ist für die gleichmäßige Repräsentanz der Gesellschaft im Parlament ein geeigetes Wahlsystem zu etablieren. In homogen strukturierten Gesellschaft ist die Mehrheitswahl ein geeignetes Instrument, in heterogen strukturierten Gesellschaften

die Verhältniswahl. Weiterhin gilt in westlichen Demokratietheorien, dass Parteien als Transmissionsriemen gesellschaftlicher Interessen im Parlament agieren. Für die Wechselwirkung von Gesellschaft und Parteien innerhalb des Wahlsystems sind die Gesellschaftsstrukturen der Länder im südlichen Afrika systematisch zu untersuchen und der Erfolg und Misserfolg von politischen Parteien unter Berücksichtigung der Wahlprogramme zu messen. Es wird reflektiert, inwieweit westliche Demokratietheorien für die Region Anwendung finden können. Im Fokus der Arbeit stehen die sechs Polyarchien Botswana, Malawi, Mosambik, Namibia, Sambia und Südafrika. Es sind Länder mit großen Bevölkerungen und Mehrparteiensystemen. Die Länderauswahl lässt sich zu gleichen Teilen nach den Wahlsystemen Mehrheitswahl und Verhältniswahl gruppieren. Die Ergebnisse der Parlamentswahlen in den Ländern seit etwa 1990, scheinen die Erwartungen der Demokratietheorien nicht zu erfüllen. Ganz im Gegenteil, die Theorien sind für diesen Zeitraum konträr zu den Erfahrungen westlicher Demokratien seit dem Zweiten Weltkrieg. In Ländern mit dem System der Verhältniswahl entstehen seit 1990 weder Koalitionsregierungen noch gibt es wechselnde Regierungsparteien
(Namibia, Mosambik, Südafrika). In Ländern mit dem Mehrheitswahlrecht wurden entweder Koalitionen zur Regierungsbildung formiert oder eine Partei ist unangefochten über Jahrzehnte hinweg alleinige Regierungspartei (Botswana, Malawi, Sambia). Die Ausarbeitungen werden zeigen, dass sich die bisherigen Wahlergebnisse mit den Gesellschaftsstrukturen begründen lassen und sich Veränderungen in der politischen Repräsentation durch Veränderungen in den Gesellschaftsstrukturen einstellen. Es werden Indikatoren in den Gesellschaften herausgearbeitet, die die theoretischen Erwartungen an demokratische Gesellschaften zukünftig erfüllen lassen.
Den Mittelpunkt der Arbeit bilden daher die beiden Akteure – Wähler und politische Parteien – in den Ländern im südlichen Afrika. Es wird die Frage nach der vorhandenen Wählerstruktur, der innergesellschaftlichen Konfliktlinien und ihrer politischen Relevanz beantwortet. Demgegenüber stehen die politischen Parteien, ihre Ziele, die in Wahlprogrammen festgehalten werden, und ihre strategischen Positionen auf Politikfeldern in Relation zu den Wettbewerberparteien. Für jedes Land wird gezeigt, welche Teile der Bevölkerung in den Parteien repräsentiert sind,
und welche Partei mit der Besetzung einer bestimmten Politik ihre Wähler erreicht.

In Teil I der Arbeit wird der theoretische Rahmen für die Gesellschaftsanalyse und Parteienanalyse festgelegt, der für die sechs Länderstudien in Teil II Anwendung findet. Die Gesellschaften werden nach acht Merkmalen potentieller Konfliktlinien untersucht und deren Ausprägung sowie deren politische Relevanz festgestellt (Cleavage Analyse). Die Konfliktlinien beziehen sich auf das Siedlungsgebiet, das Arbeitsverhältnis, die Einkommensverteilung, die Religionszugehörigkeit, die ethnische Herkunft (Rasse), die Sprachherkunft, den Bildungsgrad und die Staatszugehörigkeit bzw. den Ausländeranteil. Im Rahmen des Wahlsystems vertreten politische Parteien die gesellschaftlichen Interessengruppen. Ihre Ziele werden als Inhalte von Wahlprogrammen festgehalten.
Die Wahlprogramme der Parteien eines Landes können mittels Wordscores in den sieben Politikfeldern Außenpolitik, Freiheit und Demokratie, Politisches System, Wirtschaft, Wohlstand und Lebensqualität, Gesellschaftsstruktur und Soziales miteinander verglichen werden. Jedes Politikfeld (policy domain) ist mit zwei gegensätzlichen Definitionen beschrieben, die zur aggregierenden Links–Rechts-Kategorisierung der Parteien verwendet werden. Die Ergebnisse werden die relativen Beziehungsschemata der politischen Parteien seit 1990 für das jeweilige Land zeigen. Für die Region werden in der komparativen Studie (Teil III) die parteipolitischen Kategorien Links, Rechts und Liberal im Kontext des südlichen Afrika definiert. Das Ergebnis der Gesellschaftsanalyse in den Ländern mit Mehrheitswahlsystem
zeigt eine ’homogene strukturierte’ Gesellschaft. Im einzelnen zeigt sich in Botswana eine homogene Gesellschaft mit einer dominanten Partei (BDP). In Botswana mehren sich die Anzeichen für steigenden Parteienwettbewerb, so dass ein
Regierungswechsel wahrscheinlicher wird. Die Gesellschaft in Malawi zeigt sich homogen strukturiert und bringt wechselnde Regierungsparteien hervor. Die für Mehrheitswahlsysteme untypischen Koalitionen sind die Konsequenz einer Periode des regionalen Wahlverhaltens in Malawi. Die Ergebnisse der Länderstudie Malawi zeigen einen Übergang zum einerseits lokal und andererseits national motivierten Wahlverhalten von Bevölkerungsanteilen mit dem Resultat einer Einparteiregierung (DPP). Die Wahlergebnisse in Sambia beruhen auf einer homogenen Gesellschaft, die theoriekonform wechselnde Regierungsparteien hervorbringt. Es zeigt sich weiterhin, dass die führenden Parteien mit ähnlichen politischen Inhalten Wahlkampf betreiben (PF und MMD). Das Ergebnis der Gesellschaftsanalyse in den Ländern mit Verhältniswahl reicht von homogen bis heterogen fragmentiert. Mosambik ist eine homogen geprägte
Gesellschaft mit einer dominanten Partei (FRELIMO). DieWahlergebnisse in Mosambik zeigen, dass die Dominanz der Partei unabhängig vomWahlsystem ist. Seit der letzten Wahl entfaltet sich ein bislang schwach ausgeprägter Ansatz für Parteienwettbewerb, der sich gesellschaftlich in den urbanen Gebieten bereits seit längerer Zeit formiert (MDM). Die Gesellschaft in Namibia stellt sich im Durchschnitt heterogen dar und bietet damit verschiedene Aspekte für Parteienwettbewerb. Bislang ist eine Partei dominant (SWAPO) und der Wettbewerb findet vornehmlich
unter den Oppositionsparteien statt. Die ’moderat fragmentierte’ Gesellschaft in Südafrika wird seit 1990 von einer Partei dominiert (ANC) und die Oppositionsparteien substituieren sich oder bilden Parteienlager. Zur Wahl 2009 ist eine neue
Partei in Südafrika zur Wahl angetreten (COPE), die sich zuvor aus dem ANC herausgelöst hat, um eigenständig eine aufstrebende Gesellschaftsgruppe zu repräsentieren. Aus der Konfliktlinienanalyse geht hervor, dass sich seit 1990 einige wesentliche Linien in der Gesellschaft Südafrikas verschoben und Einfluss auf die Regierungspartei und das Parteiensystem genommen haben. Für Mosambik und für Namibia gilt, dass eine gesellschaftlich bedingte innerparteiliche Spaltung in der dominierenden Regierungspartei wie in Südafrika nicht ausgeschlossen werden
kann, beziehungweise durch das Wahlsystem eher begünstigt wird.

Zusätzlich zur Einzelbetrachtung der sechs Länder im südlichen Afrika steht diese Arbeit in der Tradition der vergleichenden Politikwissenschaft. Mithilfe der Methode QCA (Qualitative Comparative Analysis) wird der inhaltliche Kontext von linksorientierten, rechtsorientierten und liberalen Parteien im südlichen Afrika definiert. Während sich Links und Rechts direkt aus der aggregierten Betrachtung der Politikfelder ergeben, kristallisiert sich die Definition von Inhalten der liberalen Parteien durch eine Rückwärtsbetrachtung im QCA-Schema heraus. Gleichzeitig sind die Inhalte der Definitionen Faktoren für den Erfolg von Parteien im südlichen Afrika. Links ist definiert mit der Forderung nach steigenden Steuern für öffentliche Investitionen, es fördert den Umweltschutz auch gegen Wirtschaftswachstum, es
wahrt die verfassungsmäßigen Rechte des Einzelnen, es fördert die staatliche Dezentralisierung und Entscheidungsfindung, es fördert den Patriotismus, und es unterstützt Arbeitergruppen und unterprivilegierte Minderheiten. Die Definition für Rechts beinhaltet die Förderung von Wirtschaftwachstum auch gegen den Schutz der Umwelt, die Partei stellt sich gegen die Dezentralisierung der staatlichen Verwaltung und Entscheidungsfindung, und ist für die Förderung von Patriotismus in der Gesellschaft. Die Positionierung einer rechtsorientierten Partei hinsichtlich Wirtschaft, Freiheit und Demokratie sowie Soziales bewegt sich daher auf dem gesamten Spektrum und ist für eine rechtsorientierte Partei nicht eindeutig notwendig. Liberale Parteien im südlichen Afrika stehen für die Reduktion öffentlicher Ausgaben, um Steuern zu reduzieren, sie fördern das Wirtschaftswachstum auch gegen den Umweltschutz, und treten für die Freiheit des Einzelnen, die Bürgerrechte und für die verfassungsmäßigen Rechte ein, sie unterstützen die Dezentralisierung der staatlichen Verwaltung und Entscheidungsfindung, und sie unterstützen die Mittelschicht und privilegierte Klientele in der Gesellschaft. Hinsichtlich der Unterstützung einer bestimmten Gesellschaftstruktur sind sie nicht eindeutig einer Ausprägung zuzuordnen.

Der regionale Vergleich zeigt die Kriterien für den Erfolg und den Misserfolg von Parteien im südlichen Afrika. Parteien mit rechtsorientierten Inhalten sind vornehmlich unter den Regierungsparteien zu finden und Parteien mit politisch linksorientierten oder liberalen Inhalten zählen vornehmlich zu den Oppositionsparteien.

Abschließend lässt sich feststellen, dass die Wähler und Parteien in Wahlsystemen agieren, die ihre derzeitigen Interessen gleichmäßig repräsentieren lassen, sei es im Mehrheitswahlsystem oder im Verhältniswahlsystem. Die Dominanz einer Partei lässt sich auf die Gesellschaftsstrukturen im Land zurückführen und begründet sich in der Regel auf wenige politisch relevante Konfliktlinien. Die identifizierten gesellschaftlichen Entwicklungsansätze in den Ländern mit derzeit einer dominierenden Partei, können zu weiterem Parteienwettbewerb beitragen und somit die westlichen Demokratietheorien für das südliche Afrika ebenso erfüllen, wie die Länder mit alternierenden Regierungsparteien. Das erarbeitete Links–Rechts-Schema zeigt auf, in welchen Politikfeldern sich Parteien erfolgreich positionieren können, um ihre Interessengruppen möglichst weitreichend zu repräsentieren.

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Abstract of the book ‘Party Systems and Cleavage Structures in Southern Africa. Determinants of Party Succuss and Failure in Botswana, Malawi, Mozambique, Namibia, South Africa and Zambia’ Bring the South Africa elections 2014 results in line with the party system and cleavage structure of the country.

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This blog is about countries of the Southern African Development Community (SADC) regarding societies, political parties and policies. Most interest will be spent on the countries: Botswana, Malawi, Mozambique, Namibia, South Africa and Zambia.

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