Homeoffice auf der Veranda!

February 25, 2010 at 12:50 Leave a comment

In den letzten Tagen war ich dreimal in Johannesburg für Interviews bei den Parteien und an beiden Universitäten. Die Wits Universität wurde in Universität Johannesburg und Witwatersrand Universität aufgeteilt. Das vermindert einerseits Einfluss und andererseits schafft dies doppelt Arbeitsplätze. Meine Unterkunft ist in Pretoria. Das wäre nicht weiter nennenswert, …gerade geht wieder eine Sirene in der Nachbarschaft los; wahrscheinlich Fehlalarm – ist mir auch schon passiert und hab alle Mitbewohner gegen 5 Uhr aus dem Bett geholt…, wenn man sich von Pretoria nicht schon 5 Uhr auf den Weg machen müsste, um die 50km ohne Stau zu bewältigen. Mit Stau dauert es in etwa 3 Stunden. Guter Spaziergang denken sich hier auch viele und nehmen die Autobahn zu Fuß. Es liegt nicht etwa an zu engen Autobahnen oder schlechten Straßen. Ganz im Gegenteil hier hat eine Seite teilweise 5 Bahnen und ist neu asphaltiert. Und gerade das läd förmlich ein, gleich mit zwei Autos unterwegs zu sein – falls eins liegen bleibt, versteht sich. Wir kennen das System aus dem Wilden Westen: Es ist immer besser ein Wechselpferd dabeizuhaben. Wilder Süden: Es liegt an den derzeit fehlenden Alternativen und eine Inspektion des Fahrzeugs gibt es nur beim Kauf oder Verkauf, aber nicht regelmäßig, wie etwa in Deutschland. Gerade wird an einer Schnellbahn gearbeitet, Busse gibt es kaum oder sehr unregelmäßig (an den Haltestellen steht lediglich Ankunft und Abfahrt der Busse an den Endhaltestellen), der Metro-Train ist so langsam, dass man dabei Blumen pflücken kann.

Johannesburg ist eine einzige Baustelle, wobei sich das eher auf den Norden bezieht (Sandton, Rivonia). Da kommt es schon mal vor, dass die Autos kreuz und quer auf der Kreuzung stehen. Bildlich: Es kommen auf jeder Seite 3 manchmal 4 Spuren zusammen, etwa 12 Autos gleichzeitig, weil keiner weiß, wer zuerst da war. Das System nennt sich dann 4-Stop – eine gleichberechtigte Kreuzung für alle 4 Seiten und wer zuerst da war, darf zuerst fahren. Regen ist hier so etwas wie Schnee in Deutschland. Die Leute fahren Schritttempo (schlechte Bremsen und schmierige Straßen!) aber sind nur sehr sporadisch unterwegs; die Bauarbeiten werden eingestellt. Für die Staus durch Autobahnsperrungen ist ein junger Bauingenieurstudent aus Namibia mit deutscher Abstammung zuständig. Sein Akzent ist preußisch. Ein unverkennbares Zeichen deutscher oder schweizer Projektplanung und Fortschritt für alle WM-veranstalter der letzten Finalrunden sind die übergroßen Fieberglasfußbälle an Funktürmen. In Johannesburg gibt es derer gleich zwei und Pretoria fehlt er auch nicht. Diese Fußbälle stehen symbolisch für den permanenten Vergleich mit internationlen Sportbegegnung in China, Deutschland oder Canada. Dabei sollen sie gleichzeitig ganz Afrika vertreten, inklusive seines weit entfernten Zentral- und Nordteils. Warum gehts nicht einfach südafrikanisch? Man will nach den letzten Jahrzehnten Stagnation global wettbewerbsfähig und konkurrenzfähig werden.

Johannesburg University

Die Fußball-WM 2010 soll wie frisches Öl in der Lokomotive des südlichen Afrikas wirken und auf sportliche Weise allen in Afrika ein wenig mehr Reichtum bringen. In Südafrika wurden durch viele Großprojekte Arbeitsplätze geschaffen und mittelfristig die Sicherheit im Land zu erhöht. Noch 2003 wäre ich nicht allein in die Innenstadt von Pretoria oder Johannesburg gefahren. Diesmal muss ich dort Termine wahrnehmen. Für eine Mitarbeiterin der Provinzverwaltung ist die Sicherheit in Johannesburg so bemerkenswert, dass sie erzählt in sieben Jahren in der Innenstadt von Johannesburg sei ihr noch nichts passiert, aber sie veranlasst auch niemanden nach Schmuck oder Geld zu greifen, indem sie besondere Vorsichtsmaßnahmen ergreift.

Wits University of Johanneburg

Nachdem ich gegen Mittag unter den Augen von Sicherheitspersonal vorgefahren bin, scheint meine Begleitung aus dem Gebäude am frühen Abend wenig Vertrauen in die Stadt zu haben und eskortiert mich bis zur Autobahnauffahrt Richtung Pretoria.

View over Johannesburg

+++Newsticker+++ Ein Tipp für WM Fans, die nach SA reisen werden: Die Vuvuzela (afrikanische Trompete), auch in Deutschland erhältlich, darf voraussichtlich nicht mit ins Stadion zur WM wegen Verletzungsgefahr. Sie produziert an die 130dB (ein Flugzeug erzeugt 120dB) und die die reinpusten, erzeugen ganz viel unangenehme Nässe für den/die Vordermann/frau. +++Newsticker+++

City of Johannesburg

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Studienreise Südliches Afrika In Kapstadt weht ein anderer Wind

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This blog is about countries of the Southern African Development Community (SADC) regarding societies, political parties and policies. Most interest will be spent on the countries: Botswana, Malawi, Mozambique, Namibia, South Africa and Zambia.

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