Studienreise Südliches Afrika

February 18, 2010 at 13:00 Leave a comment

Es ist neun Uhr morgens in Johannesburg und die Sonne brennt sich durch die trockene Luft. Nach langer Bauzeit ist das neue Terminal für die Besucher der Fußball-WM fertiggestellt. In Durban hat man gleich einen komplett neuen Flughafen in kürzester Zeit errichtet. Vergessen ist der Ärger um ein nicht genehmigtes DAAD Stipendium. Ich bin wahrscheinlich nicht genug deutsch oder nicht hinreichend akademisch. Nur mein Freund Roland und sein Gremium kann es begründen, will es aber nicht – politisch korrekt wird auf einem einzigen Blatt Papier mein 150-Seiten-Gesuch abgelehnt, aber ich solle mich nicht von Taten abhalten lassen! Auch der Ansprechpartner an der Witwatersrand-Universität in Johannesburg versteckt sich hinter seinem Schreibtisch und gibt lieber Geld für ein Konzert aus, das bei ungewöhnlich heftigem Regen für eine Trockenzeit ins Wasser fällt. Zum Glück gibt es noch private Initiativen und die Privatwirtschaft, um nicht zu abhängig zu werden vom Vater Staat. Selbst ist der Mann hatte sich auch schon Humboldt gedacht! Ach, da fällt mir ein, dass auch mein Geschlecht abgefragt wurde wie bei einer Partnervermittlung.

Der Zwischenstopp in London ist ein kalt nasser Abschied von Europa, deren Haushaltslöcher bis -pleiten mich mit einem stetig fallenden Wechselkurs begleiten werden. In London lebt inzwischen eine große südafrikanische Gemeinde. Weiße Südafrikaner, die zum Teil lange warten mussten, bis sie eine ständige Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis erhalten haben. Es ist ein Trend so alt wie die junge Demokratie selbst. Südafrika laufen vor allem die Akademiker weg. Keiner redet davon in Deutschland. Nicht einmal DIE ZEIT erwähnt die Emigranten aus dem Südlichen Afrika in einer bunten Grafik im Januar. Eine Gefahr für Europa ist vor allem der Flüchtlingsstrom aus Nordafrika und Asien, prognistizieren seit Jahren die Innenminister der EU. In Südafrika redet die Bevölkerung – nicht die Regierung – von einer Gefahr für die eigene Volkwirtschaft und einem immensen Schaden. Es ist eine Politik der Affirmative Action – Quotenregelung – für die jahrhundertelang benachteiligte schwarze Bevölkerung. Es ist eine Politik, die ein weiteres Mal politische Entscheidungen nach Primärmerkmalen trifft, wie es in Südafrika seit Jahrhunderten üblich ist. Es ist eine Politik, die statt 5 Millionen Weißen, 5 Millionen schwarzen Bürgern Jobs geben will und es wird dabei vergessen, dass bei 20 Millionen arbeitslosen Schwarzen, der Massenarbeitlosigkeit keine Abhilfe geschaffen wird. Diese Politik nutzt wieder einmal nur wenigen und ethnienübergreifend verabschieden sich die gut ausgebildete Akademiker für ihre Karriere in der Welt. Wenigstens in dieser Konsequenz der Auswanderungsstatistik hebt sich die scheinbar ewige Trennung zwischen schwarzen und weißen Südafrikanern auf. Als Ersatz werden junge deutsche Akademiker zur Entwicklungshilfe in die Region entsandt, auch wenn die heimische Wirtschaft über Fachkräftemangel klagt.

Ich tauche in die Region des Südlichen Afrikas ein und bereise in kurzer Zeit acht Hauptstädte, um ein Gespür für die gesellschaftliche Veränderung im Land der Lokomotive und fünf seiner Wagons – den Nachbarländern – zu entwickeln. Es hat mich über einen Monat Anstrengung gekostet Termine vorab zu vereinbaren, oder zumindest zu hören, bitte melden Sie sich nochmal, wenn Sie hier sind und nun lasse ich es einfach drauf ankommen. Technisch wäre die Arbeit auch ohne Reise möglich, aber das Glück alle Daten im Internet abzurufen und sich auf telefonische Gesprächsinhalte konzentrieren zu können, werden erst nachfolgende Generationen haben, nachdem die OECD (Ernie) und die Universität Cape Town (UCT; Lynn) erfolgreich IT-Prozesse zur Datentransparenz der Statistischen Ämter implementiert haben.

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Party spectrum consolidation – Is Malawi’s young government party in the center of the society? Homeoffice auf der Veranda!

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This blog is about countries of the Southern African Development Community (SADC) regarding societies, political parties and policies. Most interest will be spent on the countries: Botswana, Malawi, Mozambique, Namibia, South Africa and Zambia.

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